
Wollen wir in Deutschland überhaupt noch heimisches Obst?
Immer mehr Obstbaubetriebe fragen sich, ob sich die Ernte überhaupt noch lohnt. Nicht nur wegen der in diesem Jahr verheerenden Wetterkalamitäten, sondern auch ganz anderen Gründen.


Immer mehr Obstbaubetriebe fragen sich, ob sich die Ernte überhaupt noch lohnt. Nicht nur wegen der in diesem Jahr verheerenden Wetterkalamitäten, sondern auch ganz anderen Gründen.

Trafen schwere Unwetter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen am Montagabend vor allem die Nordhälfte Deutschlands, wurde nur 24 Stunden später der Süden heimgesucht. Die VEREINIGTE HAGEL rechnet mit einer Entschädigung von mindestens 50 Millionen Euro allein für diesen Zeitraum.

Schwere Unwetter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen haben am Montagnachmittag und in der Nacht zum Dienstag in weiten Teilen Norddeutschlands erhebliche Schäden in der Landwirtschaft und in den Sonderkulturen verursacht. Die VEREINIGTE HAGEL rechnet mit rund 50.000 Hektar geschädigter Anbaufläche – die Sachverständigen sind bereits im Einsatz.

Das Alte Land wurde in diesem Jahr bereits dreimal von schweren Hagelunwettern getroffen. Nach den Schadentagen am 4. Juni, 9. Juni und zuletzt am 1. Juli ziehen die VEREINIGTE HAGEL und die Fachverbände des Obstbaus eine ernüchternde Zwischenbilanz. Die Schäden im größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands werden inzwischen auf mehr als 30 Millionen Euro geschätzt. Die Schätzung wurde gemeinsam von der VEREINIGTEN HAGEL und den Obstbau-Fachverbänden vorgenommen und umfasst sowohl versicherte als auch nicht versicherte Betriebe. Die Hagelzüge erstreckten sich über weite Teile der Region von Hamburg bis ins Alte Land. Besonders problematisch ist dabei, dass zahlreiche Flächen mehrfach betroffen waren. Viele Obstbaubetriebe mussten innerhalb weniger Wochen wiederholt Schäden an ihren Anlagen hinnehmen. „Wir erleben in diesem Jahr eine außergewöhnliche Häufung schwerer Hagelereignisse in einer der bedeutendsten Obstbauregionen Europas. Das verschärft die wirtschaftlichen Folgen erheblich“, erklärt Peter H. Schemmel, Bezirksdirektor der VEREINIGTEN HAGEL.
Die schweren Hagel- und Starkregenereignisse vom 29. bis 31. Mai haben vor allem in westlichen Landesteilen erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursacht.

Anlässlich der 33. ordentlichen Mitgliedervertreterversammlung der VEREINIGTEN HAGEL in dieser Woche richtete sich der Blick zunächst auf das vergangene Geschäfts- und Schadenjahr. Vorstandssprecher Dr. Philipp Schönbach konnte berichten, dass sich die relevanten Kennzahlen weiterhin gut entwickelt haben. Im Jahr 2025 waren europaweit rund 6,4 Mio. Hektar (+1,2%) bei einem Beitrag von 335 Mio. Euro (+1,5%) direkt versichert. Trotz regional heftiger Schäden wurde 2025 nach zwei schweren Schadenjahren wieder als Unterschadenjahr abgeschlossen, so dass die Schwankungsrückstellung gestärkt werden konnte. Vorstandsmitglied und CFO Dr. Jan Keller berichtete, dass die sog. Solvenzquote – das Maß für die finanzielle Stabilität von Versicherungen – mit rund 350% deutlich über den von der Finanzaufsicht geforderten Werten liegt. Die Versammlung genehmigte einstimmig den Jahresabschluss und erteilte Vorstand sowie Aufsichtsrat uneingeschränkte Entlastung.
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