Zum Hauptinhalt springen Skip to menu Skip to footer

Unwetterzüge sorgen für großräumige Schäden in der Landwirtschaft

Gießen, 14. Juli 2026 – Schwere Unwetter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen haben am Montagnachmittag und in der Nacht zum Dienstag in weiten Teilen Norddeutschlands erhebliche Schäden in der Landwirtschaft und in den Sonderkulturen verursacht. Die VEREINIGTE HAGEL rechnet mit rund 50.000 Hektar geschädigter Anbaufläche – die Sachverständigen sind bereits im Einsatz.

Zu Wochenbeginn zogen mehrere großräumige Gewitterfronten von östlichen Gebieten Nordrhein-Westfalens, über Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein bis nach Mecklenburg-Vorpommern und hinterließen eine Schneise der Verwüstung in teils erntereifen Beständen.

Betroffen sind zum einen die Region Ostwestfalen-Lippe (NRW), ein Gebiet südlich von Bremen bis in den Großraum Hannover, das Münsterland über Paderborn bis nach Calden im Landkreis Kassel sowie die Region Mölln im Landkreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) bis nach Hagenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern).

Nach ersten Schätzungen der VEREINIGTEN HAGEL wurden rund 50.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche geschädigt. Kurz vor der Ernte ist keine Kompensation seitens der geschädigten Bestände mehr möglich – zahlreiche Betriebe müssen nun mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen.

Auch abseits der Landwirtschaft kam es infolge der teils tennisballgroßen Hagelkörner zu erheblichen Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden, sodass die Feuerwehren in den norddeutschen Regionen unzählige Einsätze zu bewältigen hatten.

Die Unwetter folgten auf einen außergewöhnlichen Witterungsverlauf der vergangenen Wochen. Bereits in der zweiten Junihälfte erfasste eine langanhaltende und intensive Hitzewelle Südwest- und Zentraleuropa einschließlich Deutschlands. Verursacht durch eine blockierende Hochdruckwetterlage wurden in zahlreichen Ländern bestehende Temperaturrekorde geknackt. In Deutschland dauerte die Hitzewelle vom 18. bis 28. Juni 2026 an; dabei wurde die 40-Grad-Marke mehrfach überschritten.

Auch die aktuelle dritte Juliwoche begann zunächst mit viel Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen von regional über 30 Grad. Verantwortlich hierfür war Hochdruckgebiet „Laurent“. Gleichzeitig befand sich über Norddeutschland ein Höhentief, das die Luftmasse zunehmend destabilisierte. Im Tagesverlauf des 13. Juli entwickelte sich daraus eine großräumige Gewitterlage mit örtlich heftigem Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen.

Umgehend nach Eingang der ersten Schadenmeldungen begannen die Bezirksdirektionen der VEREINIGTEN HAGEL mit der Disponierung der Sachverständigen-Kommissionen, um die entstandenen Schäden schnell und fachkundig zu regulieren.

Indes bleibt die Wetterlage angespannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch für den heutigen Dienstag vor weiteren schweren Gewittern. Von der Mitte bis in den Süden Deutschlands sind örtlich erneut kräftige Unwetter möglich. Vereinzelt kann es zu extremen Regenfällen sowie schweren Sturmböen kommen. Auch in den kommenden Tagen bleibt das Gewitterrisiko erhöht. Zwar gehen die Temperaturen zum Wochenende etwas zurück, sie verbleiben jedoch auf sommerlichem Niveau.

Die VEREINIGTE HAGEL beobachtet den weiteren Witterungsverlauf aufmerksam und steht den Betrieben mit ihren Sachverständigen aus dem landwirtschaftlichen Berufsstand verlässlich zur Seite.