Über 9.000 ha geschädigt

Verglichen mit den extremen Hochwasserschäden und dem Leid der Menschen in den Überschwemmungsgebieten erscheinen die Schäden durch Tief Bernd im Pflanzenbau eher nebensächlich. Dennoch müssen Betriebe, deren erste Sorge dem Hof und dem Wohl der gehaltenen Tiere galt, darüber hinaus Verluste bei ihren Futterpflanzen oder Marktfrüchten hinnehmen

Allein vom Niederrhein bis in die Eifel sind Starkregenschäden auf einer Fläche von etwa 7.500 ha zu verzeichnen. Heinsberg, Bedburg, Jülich, Kerpen oder Bad Münstereifel sind die am schwersten betroffenen Ortschaften. Weitere 1.500 ha sind im Vogtland sowie Bayern und Baden-Württemberg zu verzeichnen.

Die betroffenen Kulturen bilden einen Großteil des Anbauspektrums ab: Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Bohnen, Möhren sowie erntereifes Getreide und Raps. Über 50 Sachverständige sind bereits – soweit die Flächen erreicht werden können – im Einsatz, um die Schäden schnell und unbürokratisch zu regulieren. Bernd Edeler, Bezirksdirektor in Münster, rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe: „Ich gehe von mindestens einer Million, eher von zwei Millionen Euro in Nordrhein-Westfalen aus. Vor allem bei Kartoffeln und Mais kann der genaue Schaden erst im weiteren Verlauf der Vegetation abgeschätzt werden. Hier führen wir zunächst eine so genannte Vorbesichtigung durch und nehmen die Flächen auf. Die erntereifen Bestände werden natürlich direkt endreguliert. Wie wichtig eine ausreichende Absicherung gegen Gefahren über den Hagel hinaus, hat sich in der letzten Woche leider wieder deutlich gezeigt. Der Anteil der versicherten Flächen nimmt aber beständig zu.“

Autor: Daniel Rittershaus

Starkregenschäden im Erftkreis (NRW) vom 14.7.2021