Trafen schwere Unwetter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen am Montagabend vor allem die Nordhälfte Deutschlands, wurde nur 24 Stunden später der Süden heimgesucht. Die VEREINIGTE HAGEL rechnet mit einer Entschädigung von mindestens 50 Millionen Euro allein für diesen Zeitraum.
Wie schon am Tag zuvor zogen Unwetter in Nordwest-Südost-Richtung. Der erste Strich schloss sich genau an die abgezogenen Unwetter an: Von Calden im Landkreis Kassel über das thüringische Bad Langensalza bis ins Vogtland. Etwas weiter südlich reichten die Unwetter vom Großraum Frankfurt über Würzburg und Nürnberg bis nach Regensburg. Weitere schwere Schäden ereigneten sich auf der Linie Tübingen, Münsingen/Ehingen bis in den Landkreis Ostallgäu.
In Summe stehen damit – zusammen mit den Schäden des Vortags in Norddeutschland – über 100.000 ha geschädigte Fläche zu Buche. Die VEREINIGTE HAGEL rechnet nach einer ersten Schätzung mit einer Entschädigung von mindesten 50 Millionen Euro.
Neben den besonders empfindlichen druschreifen Weizen- und Rapsbeständen wurden nahezu alle Kulturen getroffen. Klassische Ackerbaukulturen wie Mais, Rüben oder Kartoffeln, aber auch Sonderkulturen wie Wurzel- und Knollengemüse, Zwiebeln, Hopfen oder Wein.
Die Bezirksdirektionen Nürnberg und Stuttgart berichten aktuell von teils verheerenden Totalschäden. Rapsbestände sehen teilweise aus wie gedroschen, die Pflanzen wurden jedoch von Hagel und Sturm regelrecht abrasiert.
Auch für Vorstandssprecher Dr. Philipp Schönbach, der bis vor einigen Jahren selbst noch für Bayern zuständig war, ist dieses Ausmaß verheerend: „Schwere Schadenjahre gehören selbstverständlich dazu. Dass aber insgesamt sechs oder sieben parallele Zugbahnen innerhalb von gerade einmal 48 Stunden solche Schäden anrichten, habe ich in meiner Laufbahn bei der VEREINIGTEN HAGEL selten erlebt.“ Die Sachverständigen sind bereits auf den Betrieben unterwegs, um vorrangig die Schäden in den erntereifen Beständen zu regulieren.
Bezirksdirektor Peter H. Schemmel aus Hannover betont: „Nach den Schäden im Obstbaugebiet Altes Land vor wenigen Wochen, hat es nun auch alle anderen Kulturen getroffen. Wichtig ist jetzt erst einmal, dass die Erntearbeiten weiter gehen können, sobald das Wetter es zulässt. Deshalb sind wir natürlich zuerst auf diesen Flächen im Einsatz – die Mähdrescher sitzen den Sachverständigen quasi im Nacken.“
Auch weiterhin bleibt die Wetterlage angespannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch für die nächsten Tage vor örtlich schweren Gewittern. Zwar gehen die Temperaturen zum Wochenende etwas zurück, sie verbleiben jedoch auf sommerlichem Niveau.
Die VEREINIGTE HAGEL beobachtet den weiteren Witterungsverlauf aufmerksam und steht den Betrieben mit ihren Sachverständigen aus dem landwirtschaftlichen Berufsstand verlässlich zur Seite.





